Was steckt wirklich in einer Sprosse? Ein Blick auf Sulforaphan
Brokkoli-Sprossen enthalten bis zu fünfzigmal mehr Sulforaphan als ausgewachsener Brokkoli, ein Pflanzenstoff, den Forscher der Johns Hopkins University seit Jahren untersuchen. Dazu ein einfaches Bowl-Rezept für den Alltag.
Brokkoli-Sprossen enthalten bis zu fünfzigmal mehr Sulforaphan als ausgewachsener Brokkoli. Das ist keine Marketingzahl, sondern ein Ergebnis, das Forscher der Johns Hopkins University bereits in den späten 1990er-Jahren dokumentiert haben, als sie begannen, den Pflanzenstoff systematisch zu untersuchen.
Sulforaphan gehört zur Gruppe der Senfölglykoside und entsteht, wenn die Zellen der Pflanze beim Kauen oder Schneiden aufgebrochen werden. In Studien zeigte sich unter anderem eine Wirkung gegen das Bakterium Helicobacter pylori, das mit Magengeschwüren und in manchen Fällen mit Magenkrebs in Verbindung gebracht wird. Wer mehr dazu lesen möchte, findet die Originalquelle bei der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.
Der Grund, warum gerade Sprossen so viel mehr von diesem Stoff enthalten als das ausgewachsene Gemüse: In den ersten Tagen des Wachstums konzentriert die Pflanze ihre Abwehrstoffe, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Genau diese Konzentration lässt sich nutzen, bevor sie sich mit zunehmendem Wachstum wieder verteilt.
Ein weiterer Unterschied zum Supermarktgemüse: Brokkoli aus dem Handel hat oft tagelange Transport- und Lagerzeiten hinter sich, bevor er im Kühlschrank landet. Sprossen dagegen wachsen direkt auf der eigenen Fensterbank und werden geerntet, wenn sie gebraucht werden, frischer und nährstoffreicher geht kaum.
Ein einfaches Rezept für den Einstieg: Eine Handvoll gemischten Blattsalat in eine Schüssel geben, eine halbe Avocado in Scheiben dazu, ein paar halbierte Cherrytomaten und eine großzügige Handvoll frische Brokkoli-Sprossen darüber. Als Dressing zwei Esslöffel Olivenöl, ein Esslöffel Zitronensaft, eine Prise Salz und etwas Pfeffer verrühren und über die Bowl geben. Fertig in zehn Minuten, ganz ohne Kochen.
Wer selbst Brokkoli-Sprossen ziehen möchte, findet das passende Bio-Saatgut im Keimgrün Shop.